Meine Sizilienreise
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Marzo pazzo (der verrückte März)

Wie man bei uns in Deutschland so schön sagt: "Der April macht, was er will", so sagt man hier in Italien: "Marzo pazzo" (verrückter März). Mittags haben wir hier dann des öfteren 20 Grad und Sonnenschein und abends zwölf Grad und Regen. Wenigstens fallen die späten Schneefälle weg, die einen in Deutschland an so einigen Ostern ärgern.

Wochenendtrip nach Catania und Siracusa:

Ein Wochenende machen wir uns auf zur Ostküste, um unsere Insel ein wenig kennenzulernen. Drei Stunden mit dem Bus nach Catania, eine Nacht im Hostel und dann eine Stunde Zugfahrt nach Siracusa. Unser Hostel in Catania liegt hinter dem Fischmarkt, nahe am Zentrum der Stadt. Kaum angekommen, gehen wir los und lassen uns durch die Straßen treiben. Wir kommen schnell zu dem Schluss, dass Catania einige Ähnlichkeiten mit Palermo hat, insgesamt aber süßer und netter wirkt. Einige große, breite Straßen erinnern an Rom, andere kleine, Graffiti besprühte Gassen wiederum an Palermo. In der Bar, in der wir abends sitzen, unterhält sich die Barkeeperin mit den Gästen am Tisch neben uns. Wir stellen fest, dass sie so beinahe alle Sprachen beherrscht, außer deutsch. Das hat sie versucht, war aber zu schwierig. Es ist eine wirklich schöne Atmosphäre, dort zu sitzen und sich tischübergreifend zu unterhalten. Auf dem Rückweg sehen wir, dass sich die Fischstände nun in Stände mit handgemachtem Schmuck und Deko und lauter Musik verwandelt haben. Uns gefällt die Stadt sehr, jedoch kann sie Palermo nicht toppen.

Am nächsten Morgen holen wir uns Kaffee und setzen uns auf den Domplatz, an die für Catania berühmte Elefantenstatue, die aus dem Vulkangestein des Ätnas gefertigt wurde. Danach geht es auf zum Bahnhof. In Siracusa ist es sehr warm und wir laufen in T-shirt durch die Stadt. Wir können uns richtig vorstellen, wie im Sommer die Hitze zwischen den Häusern steht. Wir machen einen Rundgang oder ein giro, wie man in Italien sagt, und bleiben in einem Restaurant am Hafen hängen. Das besondere an Siracusa ist, dass die Altstadt auf einer Insel liegt. Einmal drumherum gegangen und am Dom peinliche Touri-Selfies gemacht, dann wird es aber auch schon wieder Zeit aufzubrechen. Der Bus wartet schon, wir müssen aber eben nochmal schnell wohin. Also fragen wir in der nächstgelegenen Bar, ob wir auf Toilette gehen können. Wir müssen uns den Weg zur Toilette durch ü50 Menschen bahnen, die zu lauter Musik tanzen und trinken. Um ca. fünf Uhr nachmittags. Naja vielleicht gibt es zwischen Nord- und Ostszilien ja auch Zeitverschiebung, von der ich noch nichts gehört habe. Der Bus fährt ca. vier Stunden, und wir sind froh, als wir endlich zu Hause ankommen.

Viele der Jungs aus der Flüchtlingsunterkunft sind nun nachmittags immer in der Schule, sodass die Hälfte meiner Arbeitszeit nur ein paar im Haus sind. Die letzte Zeit habe ich damit verbracht, einigen ein bisschen englisch beizubringen und sogar an deutsch sind ein paar interessiert. Manchmal wird man dann mit den Worten "Hallo. Wie geht's?" begrüßt. Außerdem habe ich mit einem Jungen an seinem Lebenslauf gearbeitet. Ab und zu gehe ich zur Apotheke oder in den Supermarkt, um Sachen einzukaufen.

 In der Stadt haben wir schon die ersten Touristen gesehen, darunter viele deutsche. Bald, über Ostern, werden uns auch viele Freunde und Verwandte von uns Freiwilligen besuchen kommen. Auf meine Besuche freue ich mich schon sehr und bin gespannt, wie deren erster eindruck von Palermo ist. Ich habe nämlich festgestellt, dass Palermo einer der Städte ist, die man kennen muss, um sie zu lieben.

8.3.16 12:07


Sommersehnsucht und ein kleiner Funken Nostalgie

Das neue Jahr beginnt für mich mit Silvester in Rom. Am letzten Abend des Jahres 2015 lassen wir uns durch die Straßen treiben und gucken uns das Feuerwerk, das offiziell wegen des Smogs verboten ist, von oben an. Verzaubert von der Stadt der Brunnen fahren wir am 5. Januar zurück nach Palermo. Nach Weihnachten zu Hause und Silvester in Rom vermisse ich doch schon wieder mein zu Hause im Centro diaconale La Noce. In die Arbeit gewöhne ich mich schnell wieder ein und die Jungs freuen sich, dass wir wieder da sind.

Doch kaum angekommen geht es schon wieder auf Reisen: Zwischenseminar in Florenz. Da ich nur einmal als kleines Kind dort war, freue ich mich noch einmal nach dorthin zu fahren. Leider nimmt das Seminar viel von unserer Zeit ein, sodass wir nicht ganz so viel von der Stadt sehen können. Uns erwartet Reflexion und Austausch über unser bisher vergangenes halbes Jahr. Wir erzählen uns gegenseitig was wir gelernt haben und tauschen uns mit den anderen über unsere Abeit aus. Am Ende folgt eine Feedbackrunde, bei der wir unter anderem auch erzählen, was wir für uns von dem Seminar wieder mit nach Hause nehmen. Ich für meinen Teil nehme neue Energie und Ideen für Veränderungen und Projekte mit nach Hause. Im Rückblick ist das Seminar für mich spannend gewesen, auch wenn es viel von unserer Freizeit eingenommen hat.

 Zurück in Palermo heißt es wieder Alltag. Zum Glück wird es langsam wärmer und regnet seltener. Denn wenn es regnet, machen die italiener wirklich nichts. Ausgehen kann man vergessen. Daher heißt es am Wochenende oft zu Hause bleiben und Film gucken. Am Freitag abend wollen wir dem Regen jedoch trotzen und gehen zu einer Diskothek namens "Gatto nero". Mit dem DJ unzufrieden machen wir uns aber schon bald wieder auf den Rückweg und sind uns einig, dass die acht Euro Eintritt vergeudet sind. Samstag abend sind wir dann dementsprechend unmotiviert nochmal auszugehen. Ich hocke mit ein paar Leuten in der Küche, während die meisten anderen Grace Anatomy gucken. Weil uns langweilig ist, bekommt einer von uns die Idee "etwas böses" zu tun. Die Dinge nehmen ihren Lauf und bald schon gibt es Beschwerden von mit Klopapier geschmückten Zimmern und verbarrikadierten Türen. Mission completed!

Auf der Arbeit fangen wir bald ein neues Projekt an, das wir uns ausgedacht haben. Zusammen mit den Jungs wollen wir einen Kalender erstellen, in dem wir alle muslimischen und christlichen Feiertage eintragen und kurz erklären. Wenn das Wetter gut ist, spielen wir Fußball (davon habe ich immer noch blaue Flecken an den Beinen). Einen Abend kocht ein Junge Bamku, ein Gemüse aus Afrika. Mit Mehl und Wasser erinnert das, was am Ende herauskommt, ein bisschen an Kartoffelbrei. Schmecken tut es auf jeden Fall. 

Ein bisschen komisch war es ja schon Weihnachten zu Hause zu verbringen und dann wieder zu fahren. Aber wie Lukas Meister so schön singt:

"Was bleibt ist nur ein kleines bisschen Gesternsehnsucht,

was bleibt ist nur ein kleiner Funken Nostalgie."

Hier in Palermo wird es jetzt bald Sommer und ich kann es kaum erwarten, meine Wintersachen aus meinem Schrank zu verbannen.

15.2.16 14:52


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